Moin Prof … ! | Studieren in Lund

Ein Studium eignet sich hervorragend zum Sammeln von Auslandserfahrungen. Unternehmen setzen vermehrt auf gut qualifizierte Arbeitskräfte, die das eine oder andere Jahr im Ausland verbracht haben. Martin Hackbarth befindet sich jetzt seit Mitte Januar im schwedischen Lund und berichtet nun über seine ersten Erfahrungen mit dem Bildungssystem unseres skandinavischen Nachbarn. 

Als Student der Rechtswissenschaften auf Staatsexamen kam ich das erste Mal mit dem Bachelor- und Mastersystem in Kontakt. Mir wurde mehr oder weniger aufgetragen ca. 30 Punkte nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) zu erreichen. Ich entschied mich bereits in Greifswald für einige Kurse, durfte aber leider nur zwei nehmen. Ich bekam die Kurse „Comparative European Legal History“und „Legal History of Minorities“.

Man muss wissen, dass die Semester jeweils in zwei Perioden eingeteilt sind. Die Erste geht von Mitte Januar bis Mitte/Ende März und die Zweite geht von Ende März bis Anfang Juni. Während der einzelnen Perioden werden die Kurse mit Vorlesungen und mehreren Gruppenpräsentationen gefüllt und mit einem Essay/Hausarbeit (teilweise müssen diese auch noch verteidigt werden) und einer Prüfung abgeschlossen. Für beide Kurse erhält man bei Bestehen 15 Punkte. Noch dazu nahm ich an Sprachkursen teil, welche mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung abgeschlossen wurden. Durch das Periodensystem werden die Kurse kompakter behandelt und durch die Hausarbeiten + Gruppenarbeiten geht kaum Stoff verloren. Dieses Etappensystem führt zu einem kontinuierlichen Lernen und Arbeiten, denn man muss nicht den gesamten Stoff nach sechs Monaten auskotzen, sondern man lernt und arbeitet schrittweise und muss das Gelernte auch mehrfach anwenden.

„Hallo Wolfgang…“

Generell fällt einem eins an der Universität Lund sofort auf: „Boah was für ein Luxus“. Dem schwedischen Staat scheint die Bildung wichtiger zu sein, als in Deutschland (Schweden investiert wesentlich mehr des BIP in die Bildung, als Deutschland es tut). Es ist nicht nur die Ausstattung der Hörsäle und Bibliotheken, es sind auch die fehlenden Studiengebühren und die Unterstützung der Studierenden mit einer elternunabhängigen! Unterstützung i.H.v. ca. SEK 4900 (ca. 550€). Die Bibliotheken vermitteln stets ein komfortables und gutes Gefühl. Wer nach mehreren Stunden nicht mehr in den Ledersesseln oder den gepolsterten Stühlen sitzen mag, der kann sich auch kurzzeitig in einem Aufenthaltsraum (teilweise mit Fernsehen) oder einer Küche aufhalten, um dort Energie für das weitere Lernen zu tanken. „Moin Prof … ! | Studieren in Lund“ weiterlesen