Die unendliche Geschichte

Die Fachbibliothek Geschichte bleibt weiterhin geschlossen! Der für Februar versprochene Zugang wird nicht ermöglicht. Der Fachschaftsrat Geschichte informierte am heutigen Mittwoch (8.2) über den unglaublichen Vorgang. Grund sei „Unsicherheit im Bezug auf die Traglasten“. Das scheint der Gipfel einer langen Auseinandersetzung um die Zugänglichmachung der Fachbibliothek (FB) Geschichte, für mehr als 1400 Studierende an der Universität Greifswald, zu sein. Mahnwache, Grillaktion, zwei Vollversammlungsanträge, zahlreiche Treffen zwischen AStA, StuPa-Präsidium und Vertretern der Fachschaft konnten die zwei Jahre andauernde Zugangssperrung nicht aufheben. Jetzt soll die fehlende Traglast der frisch sanierten(!) Räumlichkeiten in der Alten Universitätsbibliothek einen Umzug der FB verhindern? Was für ein Theater!

Kerzen erinnern an die vermissten Bücher

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Ohne sie geht nichts | INTERVIEW

Der Professor erscheint nicht. Das ist allen anwesenden Kommilitonen jetzt klar. Es betritt ein Mitarbeiter seines Lehrstuhls den Saal, stellt sich neben das Pult, blickt in die Runde und berichtet von einem wichtigen Kongress, auf dem betreffender Lehrstuhlinhaber zugegen ist. Der promovierende Mitarbeiter übernimmt sogleich die Veranstaltung und hält eine überaus interessante Vorlesung. Er wirkt sicher, redegewandt und überzeugt durch ein gutes Lehrkonzept. Der Mitarbeiter hält nicht nur den Betrieb aufrecht, er lässt die Veranstaltung frischer wirken. Doch in der Wissenschaft ist die eigene Forschung ausschlaggebend. Gute Aufsätze, Artikel und Beiträge in Fachzeitschriften und Büchern sind elementare Grundvoraussetzung für wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Didaktik spielt da kaum eine Rolle. Daher überrascht die „Performance“.

Doch das angesprochene Problem bleibt akut. Nachwuchswissenschaftler erhalten fast ausschließlich befristete Verträge, wenden die bezahlte Arbeitszeit für die Lehre auf und müssen – quasi nebenbei – die Doktorarbeit schreiben. So hangeln sich die wissenschaftlichen „Lehrsklaven“, wie sie die „tageszeitung“ aus Berlin nennt, von Arbeitsvertrag zu Arbeitsvertrag. Eine gesicherte Lebensplanung ist nicht möglich und Zeit für die eigene Forschung bleibt kaum. Ich sprach mit Dr. Dirk Mellies, einem ehemaligen promovierenden Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Greifswald und heute in der öffentlichen Verwaltung tätigen Beschäftigten, über die Möglichkeiten zur Verknüpfung von Lehre und Doktorarbeit, grundsätzlichen Zweifeln am deutschen Universitätssystem und außeruniversitären Arbeitsverhältnissen.

Mitarbeiter an der Uni: Zwischen Doktorarbeit, Lehre und Forschung

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Aufbau West

NDR 1 Radio MV. Eine Institution. Option zum prämodernen Wahlkampf der Parteien von Mecklenburg-Vorpommern und Informationsgarant für die regionale Berichterstattung (Aktuell werden die Hörer von NDR 1 RADIO MV aufgefordert Bilder von ihren frierenden Haustieren zu schicken).

In die seichte Unterhaltung mischte sich am Dienstag (31. Januar) eine Sendung des Kulturjournals. Der Bildungsminister von Mecklenburg-Vorpommern Mathias Brodkorb sollte nach 100 Tage im Amt, zusammen mit den Redakteuren Heike Mayer und Wolfram Pilz, Bilanz ziehen. Ich habe um die Option gebeten aus einem Mittschnitt des Interviews einen kleinen Beitrag mit vereinzelten Audio-Schnipseln zu zaubern, doch aus „lizenzrechtlichen Gründen“, so teilte mir Joachim Böskens (Chefredakteur für Hörfunk/Fernsehen im Landesfunkhaus MV) mit, konnte dieser Anfrage nicht zugestimmt werden. Paradox: Pünktlich am Freitag landete meine GEZ-Rechnung im Briefkasten, die ich natürlich sofort sorgsam überwies. Der NDR sah sich, aufgeschreckt durch den Wunsch nach Wiederholung des Kulturjournals, „genötigt“ die Sendung im beliebten Windows-Media-Player-Format zu veröffentlichen.  Für Freunde des schnellen Internets wurde ein fest integrierter Flash-Player installiert.

Doch ich möchte mich nicht länger an der Veröffentlichungspraxis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufhalten, sondern von den Aussagen des Bildungsministers berichten. Brodkorb machte auf die angespannte Haushaltslage aufmerksam. Er widersprach der Aussage, dass die Theater im Land weniger Geld bekommen würden und sprach von der Steigerungsrate der Theaterzuweisungen in den letzten Jahren.  Zur Schul- und Lehrerbildung äußerte sich Brodkorb ebenfalls. Auf die Frage von Redakteur Pilz nach den Möglichkeiten um junge Lehrer im Land zu halten, verwies Brodkorb auf die Aussicht, dass Lehramtsstudenten bereits im ersten Jahr Vorverträge für das Referendariat und den Berufsplatz erhalten.

Bildungsoffensive der Greifswalder Kunstwissenschaft
Bildungsoffensive der Greifswalder Kunstwissenschaft

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Deine Frage an den Bildungsminister!

Am heutigen Dienstag (31. Januar) zieht der Bildungsminister von Mecklenburg-Vorpommern nach 100 Tagen im Amt Bilanz. Der Norddeutsche Rundfunk lädt den 34 Jahre alten Mathias Brodkorb (SPD) in das Kulturjournal auf NDR 1 Radio MV ein. Die Studierenden Paula Oppermann, Robert Staßburg und Erik von Malottki wurden im Vorfeld der Sendung interviewt und berichten vom gesperrten Historischen Institut, der Wohnsitzprämie und dem „praxisfernen Lehramt“.

Die Ostsee-Zeitung berichtet indes in ihrer heutigen Ausgabe vom 31. Januar über die Beihilfen für Referendare, die zu wenig Geld für ihren Lebensunterhalt vom Land bekommen und daher aufstocken müssen. Die Lehrergewerkschaft GEW fordert vom Bildungsminister mehr Geld für die Lehrer um gerade junge Pädagogen auf das dünn besiedelte Land zu locken.

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur kündigt derweil an 93 Millionen Euro zusätzlich für den Hochschulbau bis 2016 bereitzustellen. Damit stehen insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung um u.a. den Innenstadtcampus für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Greifswald zu ermöglichen.

In der heute um 19 Uhr beginnenden Sendung besteht die Möglichkeit selbst aktiv zu werden und eine Frage direkt an den Bildungsminister zu richten. Du kannst die Frage HIER einreichen und ein Livestream steht dir HIER zur Verfügung.

Bild: s.media  / pixelio.de

Wie entscheidest du?

Ein Logo der Studierendenschaft ist gesucht. Die Universität hat neun Vorschläge erarbeiten lassen und diese stehen auf der nächsten StuPa-Sitzung (24.01) zur Diskussion. Doch warum sollten nur 27 Kommilitonen darüber abstimmen dürfen, wie das hauseigene Markenzeichen der über 12.000 Studierenden in Greifswald aussehen soll? Daher hast genau DU die Möglichkeit deine Designentscheidung hier kundzutun. Die Jusos werden deine Entscheidung in das Gremium tragen. Du hast eine Stimme und darfst nur einmal abstimmen (Nachweis: IP-Adresse). Die Abstimmung endet am 24. Januar um 20 Uhr. Die Rechte für die Bilder liegen bei der Universität Greifswald. In Absprache mit dem StuPa-Präsidium dürfen wir die Bilder hier anzeigen. „Wie entscheidest du?“ weiterlesen

Wagt dieses Experiment – es ist eure letzte Chance!

Eine Klage von Eric Makswitat

Liebe Greifswalder Studierendenschaft,

du hast dich nicht mit Ruhm bekleckert. Nur knapp 15 Prozent von dir sind zur Wahl zum Studierendenparlament der Universität Greifswald gegangen. Bereits diese Steigerung um knapp 6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr veranlasste altehrwürdige Hochschulpolitiker schon zur Aussage: Endlich wächst zusammen, was zusammen gehört. Die Welt der Jung-Politiker und die Welt der TV-Club-Freunde. Doch ich klage dich an, denn Zehntausend von Zwölftausend interessiert Demokratie an dieser Universität nicht mehr.

Ich blicke dir tief in das Gesicht und sehe nur Desinteresse. Du scheinst zu schwer beschäftigt mit deiner Karriere, deinem Lebenslauf verschönern, deinem Wunsch gepflegt in Ruhe gelassen zu werden. Regelmäßig jedoch beschwerst du dich über schwache Wahlbeteiligungen in entfernten vorpommerschen Dörfern: „Warum gehen die nicht wählen?“ „Ist denen da alles egal?“ „Davon profitiert doch nur die NPD!“ Jedoch frage ich dich, liebe Studierendenschaft, welchen Anspruch hast du diese Vorwürfe zu äußern, wenn du es nicht schaffst deine eigenen Strukturen zu legitimieren?

Fehlen dir vielleicht lohnenswerte Wahlziele?

Ein entscheidendes Thema sollte die Zusammensetzung des Senats an sich sein, gerade weil in der kommenden Legislatur ein neuer Rektor gewählt wird. Diese Gliederung entscheidet auch über die Grundausrichtung der Universität. Hier werden zum Beispiel folgende Fragen gestellt: Soll militärische Forschung an der Uni weiterhin möglich sein? ODER Hat die Lehramtsausbildung eine gesicherte Zukunft? ODER Warum vergammeln die Gebäude der Philosophischen Fakultät, während eine neue hochmoderne Mensa am Beitz-Platz gebaut wird? Interessiert hat das nur 12,2 Prozent. So viele sind nämlich zur Senatswahl, die in der gleichen Woche wie die StuPa-Wahl war, gegangen.

Entspannung um jeden Preis / Bild: Peter Smola pixelio.de

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