„Was lange währt, … .“

Die Legislatur im Greifswalder Studierendenparlament endet, der Abschluss naht und der Präsi-Blog bleibt vorerst Archiv. Der Hochschulwechsel zwingt zur Neuausrichtung. Die Beschäftigung mit der Hochschulpolitik in Greifswald und in Mecklenburg-Vorpommern kann aufgrund örtlicher Wechsel nicht mehr Schwerpunkt meiner inhaltlichen Auseinandersetzung sein.

Es verbleiben der Artikel Ohne sie geht nichts, ein Interview mit Dr. Dirk Mellies über die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses, die rege Diskussion zum Antrag Beratungstelefon für ausstiegswillige Verbindungsstudierende, die Fragen an den Bildungsminister Brodkorb und dessen Antworten, die Beiträge zur Causa „Fachbibliothek Geschichte“ und der ganze andere Rest 😉 ! Andere Themen fernab der Hochschulpolitik, werden bereits jetzt bearbeitet und auf meiner Homepage umgesetzt.

Eine letzte Meldung zur Hochschulpolitik in Greifswald soll euch jedoch nicht vorenthalten werden. Der stellv. Präsident des Studierendenparlamentes Christoph Böhm teilte den Altstupisten am 3. April per E-Mail mit: Franz Küntzel tritt zum 13. April von seinem Amt als Referent für Hochschulpolitik des AStA Greifswald zurück.

Moin Prof … ! | Studieren in Lund

Ein Studium eignet sich hervorragend zum Sammeln von Auslandserfahrungen. Unternehmen setzen vermehrt auf gut qualifizierte Arbeitskräfte, die das eine oder andere Jahr im Ausland verbracht haben. Martin Hackbarth befindet sich jetzt seit Mitte Januar im schwedischen Lund und berichtet nun über seine ersten Erfahrungen mit dem Bildungssystem unseres skandinavischen Nachbarn. 

Als Student der Rechtswissenschaften auf Staatsexamen kam ich das erste Mal mit dem Bachelor- und Mastersystem in Kontakt. Mir wurde mehr oder weniger aufgetragen ca. 30 Punkte nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) zu erreichen. Ich entschied mich bereits in Greifswald für einige Kurse, durfte aber leider nur zwei nehmen. Ich bekam die Kurse „Comparative European Legal History“und „Legal History of Minorities“.

Man muss wissen, dass die Semester jeweils in zwei Perioden eingeteilt sind. Die Erste geht von Mitte Januar bis Mitte/Ende März und die Zweite geht von Ende März bis Anfang Juni. Während der einzelnen Perioden werden die Kurse mit Vorlesungen und mehreren Gruppenpräsentationen gefüllt und mit einem Essay/Hausarbeit (teilweise müssen diese auch noch verteidigt werden) und einer Prüfung abgeschlossen. Für beide Kurse erhält man bei Bestehen 15 Punkte. Noch dazu nahm ich an Sprachkursen teil, welche mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung abgeschlossen wurden. Durch das Periodensystem werden die Kurse kompakter behandelt und durch die Hausarbeiten + Gruppenarbeiten geht kaum Stoff verloren. Dieses Etappensystem führt zu einem kontinuierlichen Lernen und Arbeiten, denn man muss nicht den gesamten Stoff nach sechs Monaten auskotzen, sondern man lernt und arbeitet schrittweise und muss das Gelernte auch mehrfach anwenden.

„Hallo Wolfgang…“

Generell fällt einem eins an der Universität Lund sofort auf: „Boah was für ein Luxus“. Dem schwedischen Staat scheint die Bildung wichtiger zu sein, als in Deutschland (Schweden investiert wesentlich mehr des BIP in die Bildung, als Deutschland es tut). Es ist nicht nur die Ausstattung der Hörsäle und Bibliotheken, es sind auch die fehlenden Studiengebühren und die Unterstützung der Studierenden mit einer elternunabhängigen! Unterstützung i.H.v. ca. SEK 4900 (ca. 550€). Die Bibliotheken vermitteln stets ein komfortables und gutes Gefühl. Wer nach mehreren Stunden nicht mehr in den Ledersesseln oder den gepolsterten Stühlen sitzen mag, der kann sich auch kurzzeitig in einem Aufenthaltsraum (teilweise mit Fernsehen) oder einer Küche aufhalten, um dort Energie für das weitere Lernen zu tanken. „Moin Prof … ! | Studieren in Lund“ weiterlesen

Bildungsminister Brodkorb bezieht Stellung | INTERVIEW

Ihr hattet die Möglichkeit eure ganz persönlichen Fragen an den Bildungsminister von Mecklenburg-Vorpommern zu stellen. Wir wollen euch nicht länger auf die Folter spannen und euch nun die Antworten von Mathias Brodkorb (SPD) präsentieren:

Katharina: Die Kultusministerkonferenz (KMK) geht in ihrer neuen Vorausberechnung der Studienanfängerzahlen davon aus, dass die Zahl der Studienanfänger bis zum Jahr 2019 deutlich mehr als 450.000 betragen werde, die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz fordert einen deutlichen Ausbau der Infrastruktur an den Hochschulen (Personal, Räume, etc.), um dem Mehrbedarf gerecht zu werden. In Mecklenburg-Vorpommern haben die Hochschulen einen enormen Stellenabbau verkraften müssen, inwieweit ist dies angesichts der zukünftigen Studierendenzahlen zu korrigieren? (Rating: 4,7 / 47 votes)

Mathias Brodkorb (Bildungsminister): Gar nicht, denn über die Zahl der Studierenden in Mecklenburg-Vorpommern entscheidet nicht die KMK, sondern einerseits das Land durch die Frage, wie viele Studienplätze es bereitstellt, und andererseits die Studierenden durch ihre Studienortwahl. Wir werden langfristig 20.000 Studienplätze für die „eigenen“ Studierenden benötigen, bieten aber dauerhaft allein aus Landesmitteln Studienplätze für etwa 30.000 Studierende. Die aus Hochschulpaktmitteln finanzierten Studienplätze kommen noch hinzu. Wir stellen also rund 50 Prozent über Bedarf Studienplätze bereit. Wenn alle Bundesländer so handeln würden, gäbe es deutschlandweit auch keinen Mangel an Studienplätzen.

Bastian: Herr Brodkorb, sind sie für eine Verbeamtung von jungen Lehrerinnen in Mecklenburg-Vorpommern? (Rating: 3,3 / 48 votes) „Bildungsminister Brodkorb bezieht Stellung | INTERVIEW“ weiterlesen

Fragen wir ihn doch einfach | *Update*

Geld kann Konzepte nicht ersetzen. Ein oft gehörtes Kredo von Mathias Brodkorb. Der Bildungsminister von Mecklenburg-Vorpommern (SPD) verlangt langfristig finanzierbare Strukturen und klare Botschaften. Es mussten keine 100 Tage im Amt vergehen, bis sich offene Kritik an diesem Ansatz aufzeigte. Die Kreativen im Land verlangten mehr Geld für die Theater. Brodkorb versprach Reformen, jedoch ohne Kürzung des Etats für die breite Theaterlandschaft. Ähnlich äußerte sich der SPD-Politiker in einem NDR-Interview. Er sprach, mit Blick auf die steigenden Studierendenzahlen an den Universitäten des Landes, von einem „Aufbau West“. Dennis Kwiatkowski, Senator der Universität Greifswald, zeigte sich bissig und erwiderte „(…) wenn man möchte, dass die Leute in Mecklenburg Vorpommern studieren – und nichts anderes impliziert die Kampagne des Bildungsministeriums „Studieren mit Meerwert“ – dann sollte man die Hochschulen auch finanziell so ausstatten.“ „Fragen wir ihn doch einfach | *Update*“ weiterlesen

Das wird man doch noch abstimmen dürfen?

Die Möglichkeit zur Teilhabe an hochschulpolitischen Entscheidungen und Themen soll auch auf diesem Blog geschaffen werden. Dazu folgt ein Beitrag von Erik von Malottki, Senator der Universität Greifswald.

Teilhabe und Abstimmung | Erik v. Malottki

Das hochschulpolitische Jahr hat mit den Wahlen im Januar seinen Anfang genommen. In vielen Gremien der Universität sind Vertreter des Bündnisses Solidarische Universität vertreten. So auch im Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät. Hier werden am 22. Februar 2012, um 14:00 Uhr im Festsaal des Internationalen Begegnungszentrums „Felix Hausdorff“ in der Bahnhofstraße 2-3 durch den neuen Fakultätsrat die Weichen für dieses wichtige Jahr für die Universität und die Philosophische Fakultät gestellt.

Dekan der Philosophischen Fakultät Professor Dr. Alexander Wöll

Auf der Tagesordnung stehen die Wahlen des Dekans, die Wahl des Prodekans  (Vorschlagsrecht durch den neuen Dekan) und des Studiendekans (Vorschlagsrecht durch die Studierenden). Professor Wöll, der amtierende Dekan, hat seine Kandidatur bereits angekündigt, ob es andere Bewerber gibt, steht noch nicht fest. Sollte Herr Wöll gewählt werden, wird er sicherlich seinen bisherigen Prodekan Professor Schiedermair vorschlagen. Die Studierenden haben das Vorschlagsrecht für den Studiendekan. Diese Position wird zur Zeit von Professor Donges bekleidet. Aus Studierendensicht spricht einiges für eine Wiederwahl der Fakultätsleitung.

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So stellte sich Wöll als frischgewählter Dekan an die Seite der Studierenden und protestierte in Schwerin für den Erhalt des Lehramtes. Als Vereinsvorsitzender des Polenmarkt konnte Professor Wöll diesen weiter etablieren und zeigt sich stets offen gegenüber studentischer Kultur. Das Dekanat unterstützte die Abschaffung der Masterhürde an der Philosophischen Fakultät, setzte sich für die schnelle Unterbringung der Fachbibliothek Geschichte ein und nahm die Anregungen der Studierendenvertreter (im Gegensatz zu Rektor Westermann) im Fakultätsrat ernst. Einige Baustellen sind aber noch vorhanden. Unter anderem die ungewisse Zukunft des IZFGs und die qualitative Verbesserung des Lehramtes. Hier muss das neue Dekanat Einsatz zeigen! Als Solidarische Universität wollen wir euch mehr in die hochschulpolitischen Prozesse einbinden. Daher wollen wir eure Meinung wissen!

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Stimmt ab oder gebt eure Eindrücke in den Kommentaren wieder. Eine Abstimmung für die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät läuft auf dem Blog des Fakultätsratsmitgliedes Felix Scharge.

Foto: David Vössing | CC-Lizenz BY-NC-SA 2.0

„Wir wollen, dass Verantwortung übernommen wird!“ *Update*

Mitten in die Prüfungsvorbereitung vieler Geschichtsstudierender platzte am gestrigen Mittwochnachmittag eine Meldung des Fachschaftsrat (FSR) Geschichte, demnach die Fachbibliothek (FB) Geschichte erst frühestens in zwei Monaten und nicht Ende Februar geöffnet wird. Wie konnte es dazu kommen? Wie der Fachschaftsrat unter Berufung auf den stv. Kanzler Dr. Rief mitteilt, muss der Umzug wegen kurzfristiger Bedenken hinsichtlich der Gebäudestatik in der Alten UB auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die Verwaltung will jetzt gutachterlich klären lassen, ob die Fachbibliothek überhaupt je in die extra sanierten Räume umziehen kann.

Wie der Fachschaftsrat außerdem berichtet, sucht die Verwaltung offenbar parallel bereits nach einer Lösung, falls die Fachbibliothek gar nicht in die Alte UB umziehen kann. Denn bis Ende 2012 müssen die Bücher aus dem gesperrten Institutsgebäude entfernt werden, weil es dann saniert werden soll.Wenn sich die Befürchtungen der Verwaltung bestätigen, steht die Fachbibliothek demächst wieder genauso da wie vor 17 Monaten, als sie gesperrt werden musste.

Die Vollversammlung der Studierendenschaft hatte bereits im Sommer 2011 den Umzug in die Universiätsbibliothek am Beitz-Platz gefordert. Diesen Auftrag lehnten Rektor und der Leiter der Bibliothek ab. Der Fachschaftsrat Geschichte teilt mir später mit: “Wir wollen, dass seitens der Verwaltung jemand Verantwortung übernimmt!” Der Fachschaftsrat ließ verlautbaren, dass am späten Donnerstagabend eine Pressemitteilung bezüglich der Ereignisse folgen soll. Das Drama geht indes weiter und die Studierenden warten auf ihre Bücher! „„Wir wollen, dass Verantwortung übernommen wird!“ *Update*“ weiterlesen